MODERNWORKLIFE

Der erste Blog über Gesundheit am Arbeitsplatz.

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DER SCHLAF DER GERECHTEN

Wir sind verdammt müde! Als wandelnde Augenringe schleppen wir uns durch den Alltag. Die Kaffeetasse ist unser ständiger Begleiter. Und nachts? Da liegen wir wach und spielen gedanklich die peinlichsten Momente der letzten zehn Jahre durch. So geht es laut einer DAK- Studie ca. 80% der Deutschen.

Viele klagen über Ein- und Durchschlafprobleme und das kann für Körper und Psyche auf Dauer gefährlich werden. Auch die Wirtschaft leidet. 57 Milliarden € kostet die Unausgeschlafenheit der Arbeitnehmer jährlich. Denn wer beim Schlafen nicht ausreichend regeneriert ist unkonzentrierter und kann nicht zu Höchstleistungen auflaufen.

„Ich bin morgens immer müde aber abends bin ich wach“

Das Phänomen morgens müde aber abends wach zu sein ist weit verbreitet. Wer nicht genügend Schlaf hat, kommt schwer aus dem Bett. Fehlen dann tagsüber auch noch die nötigen Stimuli, fällt es uns schwer während der Arbeit die Augen offen zu halten. Sobald wir abends nach Hause kommen sind wir plötzlich wieder voller Energie. Das liegt an der Motivation, die uns befällt wenn wir etwas tun, dass wir spannend finden. So kann es passieren, dass man trotz anstrengenden Arbeitstages wach im Bett liegt und Schwierigkeiten hat einzuschlafen. Dabei werden häufig  kommende Aufgaben durchgespielt und Erlebtes wird bis ins Detail seziert. Das führt meistens zu Anspannungen und die halten vom Einschlafen ab. Jeder zehnte Arbeitnehmer leidet unter der besonders schweren Schlafstörung Insomnie. Aber auch Bewegungsmangel, Rauchen, finanzielle Sorgen oder unregelmäßige Arbeitszeiten können Schlafqualität beeinflussen. Dabei kann ein Defizit von 20 Minuten unserer individuellen Ideal-Schlafdauer bereits zu einer verminderten Erinnerungs- und Leistungsfähigkeit führen.

Auch der Schlaf will gepflegt werden

Geistige und physische Regeneration sind während der Nacht unverzichtbar. Ein Minimum von 7 Stunden Schlaf fördert laut Studien Kreativität und kognitive Fähigkeiten. Es kommt aber nicht nur auf die Dauer, sondern auch die Schlafqualität an. Im Zuge der Digitalisierung hat sich unser Schlaf internationalen Märkten und ständiger Erreichbarkeit untergeordnet. Da kommt der normale Bio-Rhythmus eines Menschen nicht mehr mit. Für die Qualität des Schlafs spielt vor allen Dingen die Schlafhygiene eine große Rolle. Hier geht es darum Störfaktoren  zu minimieren und förderliche Einflüsse zu begünstigen. Dazu gehören Verzicht auf Koffein am Abend, eine richtige Matratze oder eine dunkle, ruhige Umgebung. Um die innere Uhr wieder auf Kurs zu bringen und das Gedankenkarussel am Abend abzustellen sollten auch elektronische Geräte rechtzeitig ausgeschaltet werden. Hinter Schlafstörungen können sich auch psychische Leiden, wie Depressionen oder Angstzustände verstecken. Wer mehrere Wochen mit Schlaflosigkeit und Erschöpfung kämpft, sollte einen Arzt aufsuchen.

Lerche oder Eule?

Neben optimaler Schlafdauer und Qualität kommt es auch auf den individuellen Schlaftypen an. Während die Lerche bereits morgens zu Höchstform aufläuft, geht es die Eule gemütlicher an und erlebt ihr Hoch dafür gegen Abend. Diese Chronotypen begleiten uns meist ein Leben lang und lassen sich schwer beeinflussen. Aus ihnen  kann man seine perfekte Arbeitszeit ableiten. Deswegen sollten Arbeitgeber auf eine flexiblere Zeiteinteilung setzen, um so auf individuelle Leistungsfähigkeiten besser eingehen zu können.

Sleep well in your Bettgestell

Neben Qualität, Dauer und typgerechten Arbeitszeiten ist auch die Balance zwischen Wach- und Schlafphasen essentiell.  Erholsamer Schlaf ist nur möglich, wenn man lange genug wach war und andersherum. Sollte es mit dem Einschlafen doch einmal nicht klappen können frische Luft, ein warmes Bad oder feste Rituale vor dem zu Bett gehen förderlich sein. Auch das Aufschreiben von belastenden Gedanken, die einem vom Schlaf abhalten, kann den Kopf frei machen. Vor allen Dingen sollte man sich nicht  der Panik vor der Schlaflosigkeit hingeben, sondern im Zweifel lieber aufstehen und beruhigenden Tätigkeiten nachgehen. Die Müdigkeit kommt dann von ganz alleine. Auch eine gesunde Work-Life Balance, die klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zieht, sorgt für erholsame Nächte. Wer dann am Wochenende noch länger in den Federn bleibt, kann sein Schlafdefizit schnell wieder ausgleichen.

Pimp my Sleep?!?

Die Branche rund um das Thema Schlaf wächst rasant. Schlaf ist wieder cool und die Ära der All-Nighter scheint überwunden. Wie also sieht die Zukunft des Schlafs aus? Bereits jetzt bleibt er von den Fängen der Selbstoptimierung nicht verschont. Da ist der Powernap längst ein alter Hut in Sachen Produktivitätssteigerung. Viele Arbeitgeber setzten mittlerweile auf Schlafkapseln oder Ruheräume. Auch das Sleeptracking kann als Ansatzpunkt für die Schlafoptimierung genutzt werden. Aber auch die Gefahr von Medikamentenmissbrauch nimmt immer mehr zu. Besonders, wenn es um pharmazeutische Produkte geht sollte immer ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Bereits jeder vierte nimmt Schlafmittel länger als vier Jahre. Auch der Missbrauch von synthetischen Substanzen, wenn es um Schlaf oder Leistungssteigerung geht, ist weit verbreitet. Bis sich Schlaf als Gesundheitsschwerpunkt in den Arbeitsalltag integriert hat, wird es aber sicherlich noch seine Zeit dauern.

 

 

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