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WAS KANN ICH FÜR MEINE HERZGESUNDHEIT TUN? – IM INTERVIEW MIT DER ASSMANN STIFTUNG FÜR PRÄVENTION

Die Assmann Stiftung für Prävention hat sich die Herzgesundheit eines jeden Einzelnen zur Aufgabe gemacht. Durch Förderung von Forschung und Öffentlichkeitsarbeit haben sie sich Prävention zum Ziel gesetzt. Mit der Initiative „Deutschland bestimmt das Herzalter“ möchten sie erwachsenen Personen langfristig einen gesunden Lebensstil näher bringen, dadurch das Herzinfarkrisiko senken und das Herzalter reduzieren. modernworklife hat sich informiert was eine gute Herzgesundheit ausmacht.

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Warum ist Herzgesundheit so wichtig?

Unser Herz ist im wahrsten Sinne des Wortes das „Herzstück“ unseres Körpers. Es sorgt dafür, dass unsere Zellen über das Blut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden, die sie zum Überleben brauchen. Daher ist es umso wichtiger zu wissen, dass wir unsere Herzgesundheit zumindest zum Teil selbst in der Hand haben: Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wären durch einen gesunden Lebensstil wie beispielsweise einer gesunden Ernährung vermeidbar.

„Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wären durch einen gesunden Lebensstil, wie beispielsweise einer gesunden Ernährung vermeidbar.“

Trotzdem sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor der gefürchtete Spitzenreiter unter allen Erkrankungen weltweit: Jährlich sterben laut Weltgesundheitsorganisation mehr Menschen an den Folgen eines kranken Herzens als an irgendeiner anderen Ursache. Wir arbeiten als Stiftung für Prävention mit dem Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen daran, die Menschen niederschwellig über die tödliche Gefahr zu informieren, die von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ausgeht und gleichzeitig das große Präventionspotential aufzuzeigen, das in jedem von uns steckt!

Wie steht Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern da?

Wir beobachten in Deutschland aktuell einen gegensätzlichen Trend: Zwar nehmen nach aktuellen Zahlen aus dem Deutschen Herzbericht 2018 die Anzahl an Herzerkrankungen weiter zu, doch sterben Betroffene seltener daran als noch vor einigen Jahren. Das ist unter anderem auf unser Gesundheitssystem zurückzuführen, dessen neuste Technologie dafür sorgen, dass immer mehr Menschen große kardiovaskuläre Ereignisse wie beispielsweise einen Herzinfarkt überleben.

Dennoch sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auch hierzulande mit rund 39 % die Todesursache Nummer 1. Damit liegen wir unter dem europaweiten durchschnittlichen Anteil von 45 %, den Todesfälle durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems an der Gesamtsterblichkeit haben¹. In den USA wiederrum ist nur einer von vier Todesfällen auf eine Herzerkrankung zurückzuführen².

1 http://www.ehnheart.org/images/CVD-statistics-report-August-2017.pdf

2 https://www.cdc.gov/dhdsp/data_statistics/fact_sheets/fs_heart_disease.htm

Was kann ich präventiv unternehmen, um meine Herzgesundheit zu erhalten?

Wie schon angedeutet, ist Prävention insbesondere im Bereich Herz-Kreislauf sehr effektiv und daher sehr wichtig. Unbedingt sollte man präventive Maßnahmen ergreifen, wenn schon Symptome auftreten oder eine Erkrankung bekannt ist. Aber auch ein gesundes Herz freut sich über eine ausreichende Vorsorge. Die europäische und die deutsche Fachgesellschaft für Kardiologie empfehlen, seinem Herz durch möglichst wenig Alkohol und Zigaretten, eine herzgesunde Ernährung und ein normales Körpergewicht sowie regelmäßige Bewegung etwas Gutes zu tun. Auch ein Blutdruck und Blutfette im Normbereich tragen zur Herzgesundheit bei. Die Kombination der verschiedenen Maßnahmen ist der Schlüssel zu einem Herzen, das lange fit bleibt.

Wie sieht eine „herzgesunde“ Ernährung aus?

Eine herzgesunde Ernährung unterscheidet sich im Prinzip nicht von einer gesunden Ernährung im Allgemeinen. Das ist eine sehr gute Nachricht für alle, die es mit ihrer Ernährung einfach halten wollen. Diese Lebensmittelgruppen sind für ein gesundes Herz unter anderem wichtig:

  • Viel Obst und Gemüse – am besten zu jeder Mahlzeit. Indem man verschiedene Sorten austestet (je nach Saison und Region), kann man seine Ernährung bunt und abwechslungsreich gestalten.
  • Fisch: Der Lieferant für tierisches Eiweiß und herzgesunde Fette kann bis zu zweimal wöchentlich auf dem Teller landen. Wer beim Einkauf auf Bio- und Umweltsiegel achtet und flexibel bei der Sortenauswahl ist, schont unsere Weltmeere vor Überfischung.
  • Fett ist lebensnotwendig für unseren Körper. Die pflanzlichen Fette wie Raps- oder Olivenöl sowie Nüsse sind den gehärteten, tierischen Fetten wie zum Beispiel Butter meist vorzuziehen.
  • Kräuter statt Salz! Salz gehört zu einer guten Mahlzeit dazu, allerdings kann ein Zuviel an Salz den Blutdruck erhöhen. Daher lieber das selbstgekochte Gericht mit frischem Grün aus dem Kräutergarten garnieren und auf das Nachsalzen am Tisch stattdessen verzichten.

Eine Broschüre zu herzgesunder Ernährung haben wir in unserem Archiv im Downloadbereich bereitgestellt.

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Welche Maßnahmen helfen, wenn ich bereits Herzbeschwerden habe?

Die Forschung in den letzten Jahrzehnten hat gezeigt, dass es Risikofaktoren gibt, die ursächlich eine Rolle für viele Herzinfarkte und Schlaganfälle spielen. Dazu zählen zum Beispiel Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck. Die Risikofaktoren, die an der Entstehung einer koronaren Herzkrankheit oder eines Herzinfarktes beteiligt sind, können oft durch eine gesunde Ernährung und einen gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden.

„Jeder dritte Herzinfarkt tritt auf, ohne dass im Vorfeld eine Herzerkrankung bekannt war.“

Es ist sehr wichtig, alle Maßnahmen für ein gesundes Herz im Vorfeld mit seinem Arzt abzusprechen; insbesondere dann, wenn schon eine Vorerkrankung vorliegt. Gibt der Arzt sein Go, können nicht-medikamentöse Maßnahmen wie mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung und Co. eingesetzt werden, um die einzelnen Risikofaktoren deutlich zu verbessern. Aber Achtung: So eine Entscheidung sollte immer der Arzt und niemals der Patient in Eigenregie treffen!

Was viele Menschen nicht wissen: Jeder dritte Herzinfarkt tritt auf, ohne dass im Vorfeld eine Herzerkrankung bekannt war oder der oder die Betroffene Herzbeschwerden hatte. Auch Menschen, die vermeintlich herzgesund sind, sind also nicht davor geschützt, einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod zu erleiden. Umso bedeutsamer ist es für jeden Einzelnen, auf die eigene (Herz-)Gesundheit zu achten. Dazu zählt, dass man sich regelmäßig von seinem Arzt durchchecken lässt – und insbesondere dann zeitnah zum Arzt geht, wenn man Herzbeschwerden feststellt.

Was macht ihr bei eurer Initiative herzalter-bestimmen.de?

 

Als gemeinnützige Stiftung verfolgen wir das Ziel, mit Forschung und Informationen Leben zu retten, indem wir präventivmedizinische Erkenntnisse verständlich in den Alltag der Menschen einbringen. Dazu soll unsere neue Initiative „Deutschland bestimmt sein Herzalter“ entscheidend beitragen. Unsere Vision ist es, dass jeder Deutsche sein Herzalter kennt und wir so Menschen für einen gesunden Lebensstil gewinnen. So können wir das Herzinfarktrisiko und das Herzalter in Deutschland nachhaltig senken.

„Unsere Vision ist es, dass jeder Deutsche sein Herzalter kennt.“

Die Nutzer haben auf unserem Online-Portal die Möglichkeit, kostenlos und innerhalb von 90 Sekunden ihr Herzalter zu bestimmen. Der Test basiert auf Algorithmen, die aus den Ergebnissen der PROCAM-Studie entwickelt wurden. Diese gilt als eine der weltweit größten Beobachtungsstudien und wurde von dem Stiftungsgründer Prof. Dr. Assmann im Jahre 1978 initiiert. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass es mehrere Risikofaktoren gibt, die das Herzinfarktrisiko unabhängig voneinander in unterschiedlichem Maße beeinflussen.

Die Nutzer erfahren im Zuge des Tests außerdem ihr persönliches Risiko, innerhalb der nächsten 10 Jahre an einem Herzinfarkt zu erkranken und erhalten praxisnahe Tipps und Tricks, um ihre Herzgesundheit positiv zu beeinflussen. Ende August wird zusätzlich unser DBDH-Blog online gehen, auf dem die wichtigsten Informationen rund um das Thema Herzgesundheit, sowie alle Neuigkeiten der Initiative zu finden sein werden.

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